Berichte

 

Wanderung am Ifen

Bergtour über den Hohen Ifen zur Schwarzwasserhütte

 

01.09.2002 · Bei gutem Wetter starteten 15 Bergfans morgens an der Alten Schule. Eine größere Teilnehmerzahl wurde durch die im Vorfeld nicht sehr kooperative Hüttenwirtin verhindert.

Schon bei einem kurzen Zwischenhalt wurde festgestellt, dass nicht alle Rucksäcke optimal gepackt waren. Als wir schließlich an der Auenhütte im Kleinwalsertal ankamen, fielen ein paar vereinzelte Regentropfen, doch insgesamt wirkte der Himmel nicht so drohend, so dass wir beschlossen, die Tour in Angriff zu nehmen.

Nachdem das erste Teilstück bis zur Ifenhütte überwunden war (einige schonten ihre Kräfte und fuhren mit dem Sessellift), überlegte es sich Petrus anders und öffnete erst mal richtig die Schleusen. Wir flüchteten in die Ifenhütte und testeten Kuchen, Bier, Wasser und heiße Schokolade. Nach kurzer Zeit hörte es tatsächlich wieder mit dem Regnen auf und wir stiegen nun hinauf in die Ifenmulde, immer an der gelb-schwarz gefleckten Nordmauer des Hohen Ifen entlang. Sie wirkt ziemlich unnahbar und unser jüngster Bergsteiger fragte zweifelnd, ob man wirklich nur so einfach da hoch steigen könne. Zwischendurch sah das Wetter wieder besser aus, der Wind drückte den Nebel in Richtung Hahnenköpfle und manchmal kam sogar kurz die Sonne durch. Über steile Schutt- und Blockfelder gelangten wir durch einen kaminartigen, mit Drahtseil gesicherten Spalt hinauf auf das Ifenplateau und stiegen, nun etwas flacher, über Gras weiter bis zum Gipfel.

Aus der geplanten, ausgiebigen Rast mit Gipfelschau konnte leider nichts werden. Es war viel zu nass und zu kalt, um sich irgendwo hinzusetzen. Eine tolle Aussicht verhinderte der inzwischen aufgezogene, dichte Nebel. Darum stiegen wir nach kurzem Aufenthalt über schrofendurchsetztes Gras hinunter in Richtung Süden. Da nun ein „strahlender“ Regen einsetzte, wurde es auf dem Gras und Lehm sehr schmierig und rutschig. So erreichten wir schließlich die wasserüberströmten, abschüssigen Platten mit (glücklicherweise weitgehend intakten) Drahtseilversicherungen. Wir legten unsere Selbstsicherungen an und gelangten so sicher über die Steilstufe hinunter. Mittlerweile waren wir trotz Regenschutz durchnässt bis auf die Haut und sahen aus, wie frisch gewaschene Mäuse.


Zwar hatten wir nun den gefährlicheren Teil hinter uns, doch der weitere Weg durch das hintere Schwarzwassertal stellte an Reaktionsfähigkeit und Gleichgewichtsinn sehr hohe Anforderungen. Teleskop-Stöcke waren hier Gold wert, doch manchmal war ein Absitzer in dem glitschigen, sumpfigen Gelände einfach nicht zu vermeiden. Einige Hosen haben hier so nachhaltige Abdrücke gesammelt, dass sie in natooliv eingefärbt werden mussten. Außerdem waren wir hungrig und es regnete immer noch. Sehr nass und sehr schmutzig erreichten wir die Ifersgundalpe und nahmen auf der Veranda ein sehr kaltes, kurzes Vesper zu uns. Zähneklappernd zogen wir wieder unsere nassen Sachen an und querten weiter morastige Pfützen, Schlammlöcher, sprudelnde Bächlein und lehmige, mit tückischen Wurzeln durchsetzte Gleitpassagen, bis wir schließlich die Schwarzwasserhütte erreichten. Zum Hohn zeigte sich nun der Hohe Ifen wolkenfrei und es hörte auf zu regnen.

In der Hütte war es schön warm und wir wurden gastlich aufgenommen, bezogen un-sere Lager und konnten uns endlich säubern und umziehen. Das Essen war gut und reichlich, der Hüttenabend natürlich, wie gewohnt, viel zu kurz. Nachts hörte man wieder den Regen rauschen, das verhieß nichts Gutes für den zweiten Tag.

Nach ausgiebigem Frühstück warteten wir vergebens darauf, dass der Regen aufhört oder wenigstens etwas nachlässt. Wir machten uns schließlich auf den Weg ins Tal und waren, bis wir dann bei den Autos ankamen, so nass und schmutzig wie am Tag vorher.

Fazit: Bei Sonnenschein macht Bergsteigen wirklich Spaß, bei Regen im Gebirge wirst Du schrecklich naß!!!

von Gisela Bitzer, 08.09.2002

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